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Yassir spricht aus Marokko
Wir haben uns mit Yassir unterhalten, der bereits seit geraumer Zeit aus Deutschland abgeschoben wurde und derzeit in Marokko lebt. Neben Fragen die seine Abschiebung und Wohlbefinden angeht, haben wir auch in Erfahrung bringen können das Yassir derzeit an seinem neuen Album arbeitet.
Du bist seit einiger Zeit in Marokko. Wie geht es Dir?
Yassir: Mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wenn man in ein Land abgeschoben wird, in dem man nicht aufgewachsen ist, dann muss man sich schon sehr umstellen. Sehr vieles ist anders als in Deutschland.
Kannst Du ein bisschen was zu den Umständen erzählen die zur Abschiebung geführt haben?
Yassir: Die Geschichte kennt man ja: Letzen Endes war es eine Anzeige wegen Beleidigung, den die Ausländerbehörde zum Grund genommen hat mich auszuweisen. Die Anzeige wurde von einer Wirtin gestellt, die mich schon seid langem kennt und nicht mag und bei einem Besuch in der Gaststätte beleidigte sie mich und ich beleidigte zurück. Das war uncool, es wurde jedoch nicht einmal ein Verfahren eingeleitet. Alle anderen Gerüchte die im Umlauf sind, dass ich zum Beispiel wegen Drogen abgeschoben wurde, sind also definitiv falsch!
Wann dürfen wir Dich wieder in Frankfurt willkommen heißen?
Yassir: Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, aber ich hoffe doch sehr bald. Ich vermisse Frankfurt und meine Familie, und auch den HipHop, den ich der Jugend auf der Bühne präsentieren möchte.
Gibt es Menschen die Dich gerade jetzt besonders unterstützt haben?
Yassir: Meine Familie unterstützt mich gerade sehr, besonders meine Frau lässt mich nie im Stich und hilft mir wo sie kann. Aber auch meine Mutter und meine Brüder sind für mich da und sind eine große Hilfe.
An was arbeitest Du gerade musikalisch?
Yassir: Ich arbeite gerade an meinem zweiten Album, das ich soweit fertig geschrieben habe und nun bald aufgenommen werden soll. Außerdem arbeite ich an einem Projekt, das Jugendlichen die Augen öffnen und ihnen zeigen soll was die Folgen von Kriminalität und Drogenkonsum sind. Quasi mit mir als abschreckendem Beispiel.
Kannst Du schon was Genaueres zu diesem Projekt erzählen? Worum geht es genau?
Yassir: Ich kann sagen das es ein Projekt wird, das ganz allein um die Kinder geht. Es geht darum den Menschen zu helfen und ihnen die Augen zu öffnen, anstatt sie vor der Wahrheit zu verschließen. Meine Probleme haben auch in der Kindheit begonnen und hätten vielleicht verhindert werden können.
Wie wird das neue Album sein? Ähnlich wie „Paragraph 31“ oder geht es in eine andere Richtung?
Yassir: Es wird vom Themenbereich etwas unterschiedlich sein, aber nicht mehr so knastlastig. Es wird mehr um Aufklärung gehen und um unsere Jugend, auch um zu verdeutlichen das andere vielleicht aus meinen Fehlern lernen können. Wenn ich nur einen bekehre, dann war es die Mühe wert, also mit viel Pädagogik.
Hast Du gute Möglichkeiten Songs in Marokko aufzunehmen?
Yassir: Also es gibt hier einige Studios aber ich war noch in keinem, da ich erstmal alles fertig schreiben will um es dann in einem Zug aufzunehmen. Dann geht es aber sehr schnell, ich freue mich aber schon sehr darauf mein Album aufzunehmen.
Wie ist die Hip-Hop Szene in Marokko?
Yassir: Bis jetzt bin ich noch keiner wirklichen Szene begegnet obwohl ich schon etliche Anfragen aus Marokko bekommen habe. Aber ich bin noch nicht so weit und muss erstmal meine Parts machen bevor ich mich hier umschaue. Hier wird sehr viel Französischer HipHop gehört, Booba, Sefyu, Rim-K und so weiter. Teilweise waren die auch schon hier unten und haben Videos gedreht.
Könntest Du Dir in dem Zusammenhang auch ein Feature mit jemandem wie Booba vorstellen?
Yassir: Logisch. Booba, Rim-K oder Sefyu, ich feiere sie alle.
Die letzten Worte gehören Dir.
Yassir: Inschallah wird alles wieder gut und ich bin bald wieder bei meiner Familie in Deutschland, denn das ist alles was ich mir wünsche!
