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Maeckes Interview


By admin - Posted on 23 April 2010

MaeckesWir haben Maeckes im Frankfurter Club „Nachtleben“ getroffen, wo einer seiner letzten Tourstopps gewesen ist. Philosophiert haben wir über die Impressionen der vergangenen Konzerte, sein neuestes Album „Kids“ und wie es ist, ein wenig abseits der Mainstream-Hip-Hop-Bewegung zu stehen. Außerdem erfahren wir ganz nebenbei, dass es zwar cool ist, auf Platz 96 der Charts zu sein, allerdings nicht wirklich wichtig.

Wie war die Tour bisher?

Maeckes: Sehr gut und vor allem überraschend, da vorher alle Touren immer mit den Orsons oder Plan B waren und jetzt das erste Mal allein. Ich habe ja auch eine Menge merkwürdiges Zeug mitgebracht, aber die Leute haben sehr gut reagiert. Wir haben so ein bisschen den alten Hip-Hop Gedanken, zu jammen, zurückgebracht, und es hat sehr viel Spaß gemacht.

Du warst vorher schon ein paar Mal in Frankfurt.

Maeckes: Ganz oft, vor allem mit den Orsons und hin und wieder kam es mir so vor, als ob ich hier eine Wohnung mieten müsste (lacht). Meistens waren wir allerdings in der Batschkapp.

Wie sah das Programm der Tour aus?

Maeckes: Es war ein Misch-Masch, heißt ja auch „Null / Kids“ Tour. Viel aus den letzten beiden Alben, allerdings auch genug altes Zeug.

„Kids“ ist ja seit März auf dem Markt. Kannst Du schon ein Resümee ziehen?

Maeckes: Zumindest ein vorläufiges. Ich hoffe einfach, dass „Kids“ etwas ist, das länger als eine Woche überleben kann, wie sonst die meisten CDs, auch für mich persönlich übrigens (lacht). Aktuell ist die Resonanz aber sehr gut, wobei es auch einige Stimmen gab, die meinten „Ich will aber das, was ich immer kannte.“ Ich denke, das gehört einfach dazu und im Endeffekt hat mein Herz mir gesagt „Kids“ zu machen. Auf der anderen Seite habe ich aber auch unfassbare viele Mails von Leuten bekommen, die mir gesagt haben, wie viel ihnen die Platte bedeutet. Es wird geliebt, es wird gehasst. Platz 96 in den Charts sagt aber auch aus, dass es nicht einfach so an den Leuten vorbei gegangen ist.

Platz 96 in den Charts. Ist das cool, enttäuschend oder ist es Dir vollkommen egal?

Maeckes: Das ist nur eine Zahl. So eine Chartplatzierung ist natürlich für Chimperator unglaublich wichtig und es zeigt auch, dass dort Künstler eigentlich machen können, was sie wollen, und trotzdem Erfolg haben. Für mich selber ist das zwar auch schön und es ehrt mich, aber gleichzeitig ist es auch vollkommen absurd und ich hole mir mein Feedback einfach woanders.

Du hast gesagt, dass Dir Dein Herz gesagt hat, dass Du „Kids“ machen solltest. Wie viel von Dir selber ist in dem Album verborgen?

Maeckes: Für mich ist „Kids“ eine Fantasiewelt, wenn auch von der Realität inspiriert. Das es so düster und melancholisch geworden ist, war absolut gewollt. Als erstes offizielles Soloalbum wollte ich einfach ein komplett menschenverachtendes und sehr depressives Werk abliefern, einfach weil ich mir bei allen anderen Sachen wie ein Clown vorgekommen bin. Ich werde in Zukunft bestimmt auch wieder lockerere Musik machen, aber ich wollte immer, dass, wenn ich mal zurückschaue, als erstes Soloalbum etwas Stilles und Düsteres haben, und nichts mit einem Aufschrei. Jetzt ist das weg und ich kann wirklich anfangen Musik zu machen.

Ist nach dem Album vor dem Album?

Maeckes: Das ist auch ein sehMaeckesr wichtiger Punkt. Bisher war es immer so, dass, wenn ich eine Sache released hatte, das nächste eigentlich schon fertig war. Bei „Kids“ war es das erste Mal so, dass ich mich komplett abgebremst habe und kein Projekt in der Pipeline habe. Das ist der beste Moment, den ich seit fünf Jahren hatte (lacht).

In der Presse geht es häufiger rum, dass Du der deutsche Kid Cudi bist.

Maeckes: (lacht) So was finde ich immer merkwürdig. Kid Cudi rappt über Hosen und Schuhe, so was habe ich noch nie gemacht. Vielleicht liegt es aber daran, dass ich eine Hose und eine Frisur habe (lacht). So was können nur Leute sagen, die sich bisher weder Kid Cudi noch Maeckes richtig angehört haben und wenn sich Leute so wenig damit beschäftigen, ist mir das auch scheißegal.

Ich danke Dir für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg.

Maeckes: Danke.

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