You are hereKool Savas Interview

Kool Savas Interview


By admin - Posted on 16 March 2010

Kool SavasWir haben uns mit Kool Savas unterhalten um zu erfahren, was die „John Bello“ Saga so erfolgreich macht und ab wann es klar war, dass mit dem dritten Teil Bello endgültig zu Grabe getragen wird. Dabei erfahren wir auch, wie es zu der intensiven Zusammenarbeit mit Olli Banjo kam, warum Klaus Kinski für ihn kein Vorbild ist und was es mit dem 100.000 EUR-Autorennen auf sich hat, welches unter Umständen bald ins Leben gerufen wird.

Seit Freitag ist „John Bello Story 3“ draußen. Was glaubst Du, macht John Bello generell so erfolgreich?

Savas: Genau kann ich Dir das nicht beantworten, aber ich glaube, dass der Erfolg ein wenig mit dem Hype von „One“ zu tun hat, was relativ zeitgleich mit dem ersten Teil von John Bello herausgekommen ist. Aber auch durch das „Urteil“, der Song ist ja wirklich rauf und runter gespielt worden. So gesehen hatte ich damit einen relativ leichten Einstieg. Danach habe ich das ja ein wenig zu einem Kool Savas-Familienprojekt umgemünzt. Ich glaube, unterm Strich fanden es die Leute einfach interessant, dass da so viele unterschiedliche Sachen passieren und es auch ein breit gefächerter Soundteppich ist.

Mit der Veröffentlichung des dritten Teils hast Du ja klar gestellt, dass ein für allemal Schluss ist mit John Bello. War es von Anfang klar, dass es eine Trilogie wird, oder hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt?

Savas: Das hat sich so entwickelt. Für mich war John Bello auch eine Art Spielwiese, was mir die Möglichkeit gegeben hat, echt viel auszuprobieren. Es war dann auch diese Freiheit und Sicherheit, die mir sehr gut getan hat.

Auf „John Bello Story 3“ ist mir die intensive Zusammenarbeit mit Olli Banjo aufgefallen, der auf vielen Tracks vertreten ist. Wie kam das zustande?

Savas: Wir haben uns im Boot-Camp getroffen, das ich vor einiger Zeit ausgerichtet habe, und es war einfach so, dass Olli sehr lange im Camp war. Er ist auch ein Monster-Rapper und seine Parts muss man eigentlich nie runternehmen. Er ist auch ein korrekter Typ und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Seine Parts bereichern die Songs und daher ist er einfach drauf geblieben.

Der Song „Mach doch Deinen Scheiss“ hat viele Zitate von Klaus Kinski. Wie kommt man darauf, Kinski in einen Deutsch-Rap Song unterzubringen?

Savas: Wir haben uns den Streifen mit Kinski angeschaut und haben sofort angefangen zu schreiben (lacht). Es war von Anfang an klar, dass wir dann darum herum den Song stricken. Er ist der Mittelpunkt des Songs, das was ihn ausmacht. Das sind aber auch die Moves, die einen vom diesem stumpfen Rumgerappe unterscheiden. Für mich steht in diesem Zusammenhang auch im Mittelpunkt, nicht nur Themen sondern auch Konzepte zu haben.

Glaubst Du, dass heute so jemand wie Klaus Kinski in der deutschen Medienlandschaft fehlt?

Savas: Weiß ich nicht. Der war natürlich in gewisser Weise amüsant, aber am Ende des Tages muss man sich fragen was es bringt, wenn jemand so cholerisch und wahnsinnig ist. Irgendwann war es ja tatsächlich so, dass Kinski nur noch in Shows eingeladen worden ist, weil man darauf spekuliert hat, dass er ausrastet. Unter diesem Aspekt hätte man auch Otto da hin setzten können und sagen: „Reiß mal ein paar Witze.“ Es ist jetzt auch nicht so, dass ich ein krasser Kinski Fan wäre. Ich stehe ohnehin nicht auf so exzentrische Künstler. Ich finde es viel interessanter, wenn zum Beispiel ein krasser oder exzentrischer Künstler im Alltag ganz normal ist und zu sehen wie der lebt.

Das ist wahrscheinlich ähnlich wie bei Nina Hagen, die heute auch sehr oft nur noch eingeladen wird, um zu sehen, dass sie ausfallend wird.

Savas: Ja, da muss man sich halt auch fragen, ob die heute noch irgendeine musikalische Relevanz hat, abgesehen von dem Respekt, den sie sich ohne Frage verdient hat. Sie hat bestimmt Sachen gemacht, die Menschen irgendwann einmal toll fanden, aber spielt das jetzt noch eine Rolle? Ich denke nicht!

Bei „Weg nach draussen“ hast Du ja wieder selbst Hand angelegt an das Beat machen. Wie kam es dazu?

Kool SavasSavas: Es war vier Uhr morgens und ich hatte irgendwie das Gefühl, einen RnB Song machen zu müssen (lacht). Alle anderen haben schon geschlafen und da habe ich mich mit !Bazz hingesetzt und gemeint, er soll mal was total ruhiges und harmonisches auf dem Keyboard spielen, während ich die Drums programmiert habe. Wir haben uns dann auf eine Melodie geeinigt und ich habe angefangen zu schreiben. Ich habe das dann probemäßig auf mein Handy aufgenommen und es dann am anderen Tag, nachdem wir alle lange geschlafen haben, richtig aufgenommen. Es war alles sehr spontan und ich hatte gehofft, dass es funktioniert. Das Ganze war aber so gar nicht geplant.

Als ich gehört habe, dass Du einen Beat auf „John Bello 3“ gemacht hast, war ich schon sehr gespannt, was es sein würde. Auf „Weg nach draussen“ war ich gar nicht gefasst, obwohl ich sagen muss, dass es mich auf jeden Fall positiv überrascht hat.

Savas: Man darf das aber auch nicht zu ernst nehmen. Bei dem Song habe ich wirklich das gesangliche Maximum erreicht, was so ohne Training möglich ist (lacht). Ich bin trotzdem sehr froh darüber und denke auch, dass es gerade für den Live-Gebrauch, wo sonst jeder seine härtesten Songs brettert, ganz schön ist, einen smoothen Titel zu haben, den die Leute trotzdem feiern.

Mit „Immer wenn ich rhyme“ hast Du ja die erste Auskopplung gebracht. Warum gerade dieser Song?

Savas: Als ich das Album gemacht habe, habe ich nicht eine Sekunde darüber nachgedacht, was ich als Single machen könnte. Die Songs sind wirklich so entstanden, wie sie gerade kamen und am Ende des Tages ist es vielleicht auch einfach Schicksal. Bei „Immer wenn ich rhyme“ war es dann einfach so, dass wir zusammengesessen haben und es schon ein wenig dunkel war. Es gab an dem Tag nichts Wirkliches zu tun und wir haben schon ständig darüber nachgedacht, über was man rappen kann. Wir sind dann einfach einen Schritt weiter gegangen und haben hinterfragt, was man fühlt wenn man denn schreibt. Die Hook hatte ich dann als erstes und danach die einzelnen Parts. Als wir es dann aufgenommen haben, hat es sofort geknallt. Ich habe dann auch sehr früh gesagt, dass ich diesen Song gerne mal mit Video sehen würde, und habe auch daran fest gehalten, als mir einige davon abgeraten haben.

Du hast ja außerdem ein krasses Feature mit den Ying-Yang Twins an den Start gebracht. Warum ist das lediglich auf der Essah- und nicht auf der Standard-Edition zu hören?

Savas: Ich habe die Standard-Edition so zusammengestellt, wie ich selber auf meinem iTunes höre. Nach einigen Monaten kann sich da zwar was verändern und das ganze wächst ja auch, doch so wie es ist, höre ich es selber und würde mir auch wünschen, dass die Leute es so hören. Für mich war der Ying-Yang Track auch ein bisschen zu weit weg von mir selbst und dadurch, dass „John Bello Story 3“ eher schon so eine Art Compilation ist, wollte ich auch das vor allem die Leute die mir persönlich nahe sind, auf der Standard-Edition vertreten sind. Der Ying-Yang Track ist auch schon sehr speziell und ich habe ihn mehr als eine Art Fan Bonus gesehen.

Ist nach dem Album vor dem Album?

Savas: Ja, definitiv. Bei mir ist das 1000 prozentig so. Für mich ist das gerade jetzt so, als hätte ich gar kein Album rausgebracht. Ich denke jetzt schon wieder an das nächste Projekt und das ist jedes Mal so. Bis August/September ist mein Jahr ohnehin komplett verplant und ich denke nicht, dass ich noch dazu komme, eine größere Auszeit zu nehmen. Jetzt kommt die Tour und danach geht es dann weiter mit „MMS“, wo auch noch dran geschrieben und produziert werden muss und der Release wird auch Energie kosten. Es ist aber echt so: nach dem Album ist vor dem Album.

Kool SavasIst es dann nicht hart, sich auf die Tour einzustimmen, die dann ja „John Bello 3“ als Thema hat?

Savas: Es ist schon anstrengend, aber auf Tour zu gehen ist eine andere Art der Anstrengung. Man muss motiviert sein und körperlich fit bleiben. Aber manchmal ist es schwieriger zu wissen, dass man nur noch zwei Wochen Zeit hat, aber noch sechs Songs fehlen. Das ist eine Art von Druck, den ich persönlich viel unangenehmer finde. Live ist es ohnehin so, dass man, wenn die Leute Bock haben, auch selber mitgerissen wird. Ich brauche so sechs Songs und dann bin ich sowieso in einer anderen Welt. Das ist dann wie bei einem Jogger, wo nach einer Viertelstunde der Sauerstoff im Blut direkt verarbeitet wird. Genau so ist das auch bei mir, wenn ich auf die Bühne bin.

Mal weg vom musikalischen. Wann startet das 100.000 Euro-Autorennen, das Du am Wochenende angekündigt hast?

Savas: (lacht) Das ist noch nicht in trockenen Tüchern. Die Organisation muss dann jemand anders übernehmen und das ist ja alles viel Action. Die 100.000 habe ich mal in den Raum gestellt, aber ich würde auf jeden Fall mitmachen. Ich weiß natürlich nicht, ob die anderen auch so auf dem Auto-Film sind wie ich und es müsste auch einen Sponsor geben. Es wäre eine lustige Sache und ich denke es wäre eine geile Alternative zu Rap und auch die Möglichkeit Rapper in einem anderen Licht darzustellen.

War das ein spontaner Einfall?

Savas: Total spontan. Es ist einfach so, dass ich diese Ansagen von Rappern hasse, die sich dann vor eine Kamera stellen, durchdrehen und sich dann so in Rage reden. Ich finde das so albern und damit wollte ich dem mal ein wenig entgegenwirken.

Die letzten Worte gehören Dir.

Savas: Ich würde mich freuen wenn sich die Leute in den ersten beiden Wochen dazu entscheiden „John Bello Story 3“ zu kaufen, dass das Ding auch gut in die Charts geht. Ich habe auch kein Problem damit, wenn die Leute es runterladen, um es vorab zu hören und danach kaufen. Wenn es Leute gibt die kein Geld haben, sollen sie es von mir aus runterladen. Am Ende des Tages geht es ja auch darum, dass die Musik für alle genießbar sein soll und bei jedem ankommt.

Interviewpartner: Andreas Schnell
Bilder: Katja Kuhl

das album fickt alles weg. gibt nix besseres in 2010.

Der definitv beste Rapper in Deutschland und das Ding mit dem Autorennen ist so geil. Jetzt halten sie alle die Fresse.

Doh!

Web 2.0

Hip-Hop-News RSS FeedHip-Hop-News Facebook GruppeHip-Hop-News TwitterYou Tube

Neusten Kommentare

Wer ist online?

There are currently 0 users and 1 guest online.