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Jaggal Fadi Interview
Wir haben uns mit Jaggal Fadi, der gemeinsam mit seinem Kollegen Mazzeca Anfang 2009 den „Azzis mit Herz“ Contest gewonnen hat, in der Frankfurter Innenstadt getroffen um ihm einige Fragen zu seinem musikalischen Werdegang zu stellen. Dabei erfahren wir nicht nur wie sich sein Leben seitdem verändert hat, sondern auch warum Kool Savas noch immer eine große Inspirationsquelle ist und wie er mit dem Thema Integration und Glauben umgeht.
Anfang des Jahres hast Du gemeinsam mit Mazzeca, den Contest „Azzis mit Herz“ gewonnen. Wie war das für euch?
Jaggal: Mazzeca hatte sich beworben und die Jungs von „Azzis mit Herz“ waren von Anfang an überzeugt von uns. Es waren dann mehrere Abende an denen wir uns durchgekämpft haben und während es am Anfang wirklich nur unsere Leute waren die uns supported haben, wurden es jeden Abend mehr. Es gab aber auch viel Unterstützung durch das Internet-Voting.
Was hat sich seitdem für Dich verändert?
Jaggal: Wir haben sehr viele Auftritte gemacht, so zum Beispiel bei der Musikmesse und dem Hessentag. Auch da hat es sich gezeigt, dass wir von Auftritt zu Auftritt immer mehr Fans gewonnen haben, vor allem schöne Mädels (lacht). Seitdem geht es musikalisch eigentlich nur bergauf.
Wie lange beschäftigst Du Dich schon intensiver mit der Musik?
Jaggal: Schon einige Jahre. Mit 15 oder 16 habe ich angefangen Texte zu schreiben, inspiriert von Kool Savas und 50 Cent. Aufnehmen tue ich eigentlich erst seit drei Jahren und es hat sich auch von Track zu Track weiterentwickelt. Es gab da auch viel Zuspruch von dem Umfeld damit weiterzumachen.
Sind Savas und 50 Cent noch immer eine musikalische Inspiration?
Jaggal: Auf jeden Fall. Ich habe noch immer einen Riesen-Respekt vor Kool Savas und ich finde es sehr schade das er nicht an der Stelle steht an der andere Rapper jetzt unverdient sind. Kool Savas sollte ganze oben stehen.
Wenn man sich Deine Musik anhört, kann man vor allem viel Humoristisches raus hören und weniger die Gangster-Schiene, wobei der Stil schon eher hart ist, wie beispielsweise bei den „Harte Musik“ Videos, die Du mit Mourad Kill zusammen gemacht hast.
Jaggal: Genau, wie die beiden Teile von „Harte Musik“ schon zeigen, ist es schon eher die harte Schiene aber ohne ein Gangster-Image nach draußen zu tragen. Wir wollen ehrliche und authentische Musik mache und das präsentieren was wir auch leben.
Besonders bei „Harte Musik 2 „ bist Du schon sehr am flowen: double- und tripple-times. Siehst Du eher die Skills oder die Message im Vordergrund?
Jaggal: Rap ist halt keine halbe Sache. Es gehört der Text und der Beat dazu aber eben auch gut darauf zu flowen. Wenn man einen guten Text und Beat hat aber darauf rappt als ob man ablesen würde, dann sehe ich das nicht als etwas Besonderes an. Es muss eben alles zusammenpassen, so das man es feiern kann. Mourad bringt zum Beispiel gute Punchlines und spielt mit den Wörtern, das kann nicht jeder und es kommt auch gut an. Mazzeca hingegen spielt mit den Flow, ähnlich wie ich.
Wie ist „Harte Musik“ entstanden?
Jaggal: Mourad Kill, ein Rapper aus Offenbach, und ich, wir kennen uns schon von der Schule und es war klar das wir irgendwann mal zusammen Musik machen. Es war eigentlich eine spontane Aktion, durch einen Freund haben wir einen Beat gefunden und haben angefangen zu schreiben. Im Studio in Offenbach haben wir dann den Track aufgenommen und uns danach gedacht, dass wir eigentlich ein Video dazu drehen müssten. Obwohl das Video auch sehr amateurhaft ist, haben es die Leute gefeiert und inzwischen hat der erste Teil über 23.000 Klicks. Soweit ich weiß hat kein anderes Untergrund-Video so viele Besucher.
Wie kam der zweite Teil von „Harte Musik“ dann zustande?
Jaggal: Nachdem um den ersten Teil so ein Hype entstanden ist, mit dem wir echt nicht gerechnet haben, war es klar das wir da einen zweiten Teil machen müssen. Mourad und ich haben auf dem Beat wirklich gut drauf gepasst, so das wir ihm auch einen Namen gegeben haben: Beate Beat (lacht). Beim ersten Teil haben wir halt den Beat so krass gefickt, dass wir uns gedacht haben das wir beim zweiten Teil direkt weitermachen können. Wir haben dann den selben Beat genommen und ihn nur ein wenig gepitched, so das man sieht das er schon ein wenig ausgeleiert ist. Am Ende des Tracks geht halt der Beat aus, was bedeuten soll das er nicht mehr kann, weil wir ihn so krass demoliert haben (lacht). Es kommt dann ein Kollege rein der Beatbox macht, was eigentlich bedeuten soll, das wir trotzdem weitermachen. Wir haben uns gedacht, dass wir ein etwas besseres Video dazu drehen wollen und das wurde uns dann durch Erhan Dogan aus Neu-Isenburg ermöglicht. Das Video ist schlicht und ohne Schnick-Schnack. Wir wollen darauf mit unserer Musik überzeugen.
Sowohl auf dem ersten als auch auf dem zweiten Teil von „Harte Musik“ macht ihr diesen Gag mit Ramadan. Mourad Kill ist Marokkaner und Du hast Wurzeln im Libanon, seit ihr gläubig?
Jaggal: Sowohl Mourad als auch ich sind sehr gläubig. Leute werden sich sicher darüber aufregen und sagen das es sich nicht gehört. Wir wissen aber wo unsere Grenzen sind und das ist viel wichtiger als ein Joke den wir im Video einbauen. Es ist so entstanden, dass wir am Tag der Aufnahme gefastet haben und der letzte Tag von Ramadan war. Das witzige ist einfach, dass wir in der Situation spontan laut losgelacht haben und uns gedacht haben das wir das nicht weg lassen können. Wir sind und sicher das die Leute es schon verstehen werden. Wiegesagt, wir kennen unsere Grenzen und wissen was wir tun.
Wie gehst Du prinzipiell mit dem Thema Integration um?
Jaggal: Natürlich hat man immer mal Probleme, die man sich manchmal vielleicht auch nur einredet aber prinzipiell habe ich mich persönlich gut angepasst. Ich komme hier gut zurecht und wenn man sich einigermaßen gut artikulieren kann und nett zu den anderen ist, sind die auch nett zu dir. Wenn man halt ein Assi ist, ist es klar das die Leute denken „Scheiß Ausländer, was machst Du hier auf der Straße? Geh lieber in die Schule und lerne.“ Ich möchte auf jeden Fall betonen das Menschen, egal welcher Herkunft, die hier sagen „Scheiß Deutschland“, die kann man nur fragen was sie hier eigentlich machen und warum sie hier sind. Dann noch einen auf Gangster zu machen, ich denke das ist der falsche Weg. Niemand muss hier kriminell werden um Geld zu verdienen.
Zurück zur Musik. Wie sieht es mit den Beats im generellen aus?
Jaggal: Ich selber mache noch keine Beats. Momentan ist es Mazzeca der mich damit beliefert und ein Freund aus Groß-Gerau. Ich werde mich da aber auf jeden Fall noch rein steigern und schauen das ich da selber was machen kann.
Lässt Du Dich beim Schreiben vom Beat inspirieren?
Jaggal: Es kann unterschiedlich sein. Es ist möglich das ich schreibe und im Nachhinein den Beat anpasse oder auch andersherum, dass mich ein Beat so inspiriert, dass ich daraufhin anfange zu schreiben.
Wenn Du Dir alleine die ganzen Label-Schließungen in diesem Jahr anschaust, ist es für Dich, als jemand der ganz am Anfang steht, überhaupt noch reizvoll in das Game einzusteigen?
Jaggal: Irgendwann ist die Zeit von jedem vorbei und auch wenn vielleicht noch nicht unsere Zeit gekommen ist, sind wir doch auf einem guten Weg die Leute zu überzeugen. Die Label-Schließungen von Azad und Kool Savas waren ja nicht deren persönliches verschulden, sondern nur ein Reaktion darauf, dass Fans zunehmend die Songs runterladen und nicht kaufen. Aber die Köpfe der Labels machen ja noch weiter Musik.
Mit welchem Anspruch gehst Du selber an das Ganze heran? Ist es etwas mit dem Du zukünftig Deine Brötchen verdienen willst?
Jaggal: Für mich persönlich steht erst mal die eigene Bildung an erster Stelle, dennoch denke ich das ich mit meiner Musik überzeugen kann. Leider ist es heute so, dass jeder Zweite rappt und es nicht mehr wirklich etwas Neues ist. Es ist ähnlich wie beim Fußball. Die Leute denken sich vielleicht warum man schon drei oder mehr Jahre Musik macht und noch immer kein Star ist. So ist es aber auch beim Fußball: nicht jeder spielt bei Bayern München. Man muss das ganze langsam aufbauen und überzeugen und dann kommt noch Glück dazu.
Vielleicht hat der Erfolg aber nicht nur etwas mit Skills zu tun, sondern auch mit dem Image?
Jaggal: Ja, auf jeden Fall hat es was mit dem Image zu tun. Wenn ich mir zum Beispiel Massiv anschaue. Zuerst macht er einen auf Obermacker und Gangster und dann kommt auf einmal ein total softes Album raus und danach macht er wieder auf hart. So verrät er sich doch selber, dass er nicht so ist. Erst ein Schlägertyp, dann wieder Softie, dann wieder hart. Da müssen die Leute doch aufwachen.
Was steht 2010 von Dir an?
Jaggal: Im nächsten Jahr wird auf jeden Fall einiges kommen und schon jetzt habe ich ein paar Events bei denen ich dabei sein werde. Es wird ein Mixtape kommen, auf dem ich so viele bekannte Untergrund-Rappern aus Frankfurt drauf haben will wie möglich.
Wie sieht es mit Live-Auftritten aus?
Jaggal: Vor kurzem waren wir im Sinkkasten, ein Auftritt der auch extrem gut angekommen ist und wo wir auf jeden Fall wieder neue Fans hinzugewonnen haben. Im Februar steht die nächste Hip-Hop-Jam im Umkreis von Neu-Isenburg an und danach eine Fight-Night-Gala. Es stehen aber auch einige Sachen in Frankfurt an, die allerdings noch nicht 100 prozentig sicher sind, daher will ich da noch nicht viel drüber erzählen.
Wenn jemand generell checken will was es bei Dir neues gibt, was ist der beste Weg?
Jaggal: Am besten über die MySpace Seite.
Alles klar, dann danke ich Dir für Deine Zeit.
Jaggal: Danke, hat mich gefreut.
Interviewpartner: Andreas Schnell
Bilder: Jaggal Fadi

@ Frankfurt brennt
Das ist genau das Frankfurter Problem. Niemand gönnt dem anderen irgendwas. Sei doch froh das es Rapper gibt die so viele Klicks haben anstatt rumzuheulen.
Doh!
aber ein bisschen ignorant der gute jaggal mit seinen 23.000 klicks. ein sadiq hat locker das sechsfache an klicks mit einem viel billigeren video erreicht also soll er mal ned so abheben
gibt euch sadiq - sossenheimer hood boy auf youtube neyyyyyyyyyyyyysch
der typ ist ja krass am flexen in dem harte musik 2 ding. hut ab. sollte mehr so chabs geben. endlich jemand der nicht nur auf dem kanacken-strassen-gangster film hängen geblieben ist.
aber die frisur geht mal gar nicht klar. lol
.. ist ein guter Junge, gute Musik und ein gutes Interview.
Danke! Wieder auf jemanden aufmerksam geworden der gute und ehrliche Musik macht!
Doh!