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Chakuza Interview
Obwohl er wenig medienpräsent ist, gehört der Österreicher Chakuza zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Rappern. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns im Rahmen des Releases seines neuem Albums „Monster in mir“ mit ihm über seine Musik und sein Leben unterhalten.
Dein neues Album „Monster in mir“ kommt am 16. April heraus. Worum geht es thematisch?
Chakuza: Es geht um das Monster in mir (lacht), um meine persönlichen Sachen die mich in den letzten beiden Jahren abgefucked haben und eine Abrechnung mit dem Hip-Hop Business. Das Album ist zwar hart aber auch persönlich und sehr emotional.
Hast Du mit dem Album das Monster herausgelassen oder schlummer noch immer was in Dir?
Chakuza: Es war auf jeden Fall eine Art Selbsttherapie. Ich habe es sicherlich herausgelassen und auch Sachen gesagt, die ich normalerweise so nicht zur Sprache gebracht hätte. Von daher passt der Titel auch ganz gut.
Wenn Du sagst das Du mit dem Hip-Hop Business abrechnest….
Chakuza: Nicht nur mit dem Hip-Hop Business, eigentlich mit der ganzen Musikindustrie und mit den ganzen komischen Leuten die da rum laufen.
Bei Deinen vergangenen Releases hast Du ja nie Namen genannt oder Beef angezettelt. Wird das jetzt anders sein, wenn Du von Abrechnung sprichst?
Chakuza: Ich rechne nicht mit Rappern persönlich ab, da müsste ich ja ohnehin 80 Prozent erwähnen (lacht). Ich war sowieso nie groß in dieser Diss-Geschichte drin. Ich möchte durch meine Musik auffallen und nicht durch irgendwelche komischen Beef-Geschichten. Habe ich nie gemacht und werde ich auch nie machen.
Wie sieht es mit Beats auf dem Album aus? Hast Du ausschließlich eigene genutzt oder auch Beats von anderen Produzenten gepickt?
Chakuza: Wir haben dieses Mal eigentlich weniger gepickt als sonst. Produzenten die vertreten sind, sind unter anderem Max Mosley von den 83-Jungs, Gee-Futuristic und Raf, wobei der ja eigentlich zu Beatlefield gehört.
Bei den Features habe ich gesehen das unter anderem Nazar mit drauf ist. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Chakuza: Wir sind Freunde, daher war es klar das er auf meinem Album drauf sein wird. Wir kennen uns noch nicht so lange aber in der kurzen Zeit sind wir schon sehr zusammengewachsen.
Dieses Mal ist ja kein Bushido Feature mit auf dem Album? Hat es sich einfach nicht ergeben oder war das Berechnung?
Chakuza: Zu der Zeit als ich das Album gemacht habe, hatte er mit dem Film zu tun und seine eigenen Sachen am Start. Ich hatte ihn ja bisher sowieso auf jedem Release drauf und irgendwann muss auch mal was Neues kommen. Das hat nichts mit Geringschätzung oder sonst was zu tun. Am Ende des Tages hat es sich aber auch einfach nicht ergeben. Die Leute die jetzt mir drauf sind, das sind auch wirklich diejenigen, mit denen ich so die letzten beiden Jahre gechillt habe.
Hast Du Erwartungen an das Album in Richtung Charts und kommerziellem Erfolg oder bist Du davon losgelöst?
Chakuza: Momentan kann man das schwer einschätzen und daher – und das ist nicht Mal gelogen – lasse ich jetzt alles auf mich zukommen. Ich bin zufrieden mit dem Ding und habe da keinen Druck und mache mir auch keinen. Wenn es bei den Fans gut ankommt dann ist das schon mal vollkommen ok und wenn dann noch Kohle herausspringt, ist das quasi das Sahnehäubchen.
Ich habe gelesen das „Monster in mir“ Dein letztes, reines Rap-Album sein wird, stimmt das?
Chakuza: Ja, auf eine gewisse Art und Weise schon. Ich möchte mich ein wenig von dem Hip-Hop wie ich ihn bisher gemacht habe entfernen. Ich werde nach wie vor rappen, das ist keine Frage aber wir wollen jetzt auch mehr mit Bands zusammenarbeiten. Ich will nicht versuchen ein pseudo-erwachsenes Album zu machen, sondern einfach etwas cooles, Musikalisches zu dem Rap aber auch Gesang gehört. Ich singe aber nicht selber, das würde vermutlich in die Hose gehen (lacht).
Deine Fans müssen aber nicht wieder zwei Jahre auf das nächste Release warten, oder?
Chakuza: Nein, ich werde zwischendurch auch ein paar Mixtapes machen. Ich liebe ja das Rap-Ding, möchte es aber einfach nicht mehr auf ein Album packen. Ich werde mit den Mixtapes dann die Sau raus lassen, da habe ich ohnehin einiges am Start. Ich muss nur mal schauen wie die released werden und wann.
Du bist vor kurzem wieder von Berlin nach Linz gezogen, warum?
Chakuza: Ich habe halt meine ganze Familie dort. Ich bin aber auch so noch sehr oft in Berlin, wenn ich zum Beispiel ins Studio muss. Mein Lebensmittelpunkt ist jetzt zwar wieder in Linz aber so ein großer Unterschied ist das gar nicht. Ich habe einfach ein wenig die Ruhe gebraucht und dort habe ich halt wirklich meine Familie und Freunde um mich. Ich hatte in Berlin auch ein WG-Leben und das hat einfach nicht mehr gepasst, ich bin jetzt 29 Jahre.
Obwohl Du Österreicher bist, bist Du in Deutschland erfolgreicher als in Österreich. Gibt es dafür eine Erklärung?
Chakuza: Das liegt unter anderem an der Szene. Hip-Hop ist in Österreich einfach nicht so populär wie in Deutschland. Allerdings das was ich in Österreich erreicht habe, wird nur noch schwerlich jemand erreichen. Mit Rap in Österreich auf Platz 12 zu gehen kommt schon fast einem Meilenstein gleich (lacht), weil es einfach nicht so gehört wird. Die Fans sind schon cool aber es gibt einfach wenig Plattformen für Rap.
So gesehen ist es ja verwunderlich das Du zum Hip-Hop gekommen bist.
Chakuza: Eigentlich ja (lacht).
Sind zu „Monster in mir“ Live-Auftritte geplant?
Chakuza: Ja, wir sind gerade in der Planung. Ich werde auf jeden Fall Live spielen und das nicht zu wenig.
Dann danke ich Dir für Deine Zeit und wünsche Dir viel Erfolg mit dem neuen Album.
Chakuza: Danke.

Geiles Interview auf Rap.de!
http://rap.de/features/948