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Interview Azzis mit Herz
In der Frankfurter Innenstadt haben wir uns mit den beiden Frankfurtern Musiker Daniel Sahib und Don Bene – besser bekannt als die Azzis mit Herz – getroffen und sie über ihre neuste EP, das Förderprojekt „AMH Project“ und Zukunftspläne befragt. Darüber hinaus erfahren wir auch wie man darauf kommt, für eine Free-Download-EP zu plakatieren und warum Jaggal Fadi und Mazzeca das letzte Projekt verdient gewonnen haben.
Ihr habt gerade eure neue EP „20|10“ am Start. Wollt ihr ein bisschen was darüber erzählen?
Daniel Sahib: Wir haben etwa drei Monate daran gearbeitet, was relativ schnell ist, wenn man bedenkt, dass wir beide noch arbeiten gehen. Thematisch ist die EP sehr breit gefächert, was auch gewollt war, da es eine Art Demo sein soll, so dass die Leute außerhalb von Frankfurt, die uns noch nicht kennen, einen Eindruck von unserer Musik gewinnen. Man kann viele Stile auf der EP wiederfinden, so zum Beispiel deepe Stücke, Romantik und sogar Songs mit Rock-Einflüssen.
Erzählt doch mal etwas von euch. Wo kommt ihr her, vor allem musikalisch gesehen?
Don Bene: Ich glaube, ich bin der typische Hip-Hopper und mit den klassischen Dingen aufgewachsen, wie zum Beispiel Tapes von Azad. Wobei ich sagen muss, dass ich mich nie wirklich festgelegt habe. Unsere Wurzeln sind im Hip-Hop, auch wenn wir viele Cross-Overs starten und es manche Leute nicht so sehen. Im Prinzip geht es doch nur um gute Musik. Man kann selbst so Dinge wie die Panjabi MC feiern, weil er gute Musik macht. Unsere Sachen kann man von 8 bis 88 hören, wie die MB Spiele.
Daniel Sahib: Ich komme dann wohl eher aus der Panjabi MC Ecke, da mein Vater Inder ist (lacht). Ich bin auf jeden Fall mit vielen verschiedenen Kulturen aufgewachsen. Meine Mutter hat zum Beispiel viele deutsche Musik gehört, zum Beispiel Herbert Grönemeyer aber auch so Sachen wie Tina Turner. Mein Vater selbst ist auch sehr musikalisch und hat Musik in Indien studiert. Zum Hip-Hop an sich bin ich erst relativ spät gekommen und habe mir dann auch erst mal alles angehört, was es bis dato im deutschen Hip-Hop so gab. Erst danach bin ich zum Hip-Hop Liebhaber geworden.
Lasst uns mal auf den Namen Azzis mit Herz eingehen. Bei den meisten Tracks scheint es sehr viel mehr Herz als Azzi zu sein.
Don Bene: Ich glaube, das ist eine Frage der Definition und jeder versteht das ein bisschen anders. Es ist nicht so, dass wir von uns sagen, dass wir Azzis sind, sondern die Leute haben uns früher immer als solche bezeichnet. Es ist uns in die Wiege gelegt worden, wir haben es nie darauf angelegt. Wenn wir aber schon Azzis sind, dann aber wenigstens welche mit Herz.
Es gibt ja auch das Förderprojekt AMH Project. Worum geht es da genau?
Daniel Sahib: Das Projekt hat eigentlich ursprünglich mal mit dem Nachtleben [Anm. d. Red.: Ein Frankfurter Club] angefangen, die uns angeboten haben, monatliche Shows zu geben. Um dann auch unserem Namen gerecht zu werden und ein wenig Herz zu zeigen, haben wir das dann zu einer Jam umgemünzt und immer Newcomer mit reingenommen, die ansonsten keine Chance auf eine solche Plattform bekommen hätten. Jeder musste eine Bewerbung schreiben und im Endeffekt war die Resonanz so riesig, dass wir gar nicht gewusst haben, wen wir aussuchen sollten. Dann hat sich aber die Spreu vom Weizen getrennt und Jaggal Fadi und Mazzeca gewonnen. Dazu muss man sagen, dass wir es jetzt gekürzt haben, vor allem weil es auch immer Verwirrungen gab, ob wir jetzt eine Band, eine Klamottenmarke oder ein Projekt sind. Das Projekt läuft jetzt komplett getrennt von der Band.
Don Bene: Wobei man zu Jaggal Fadi und Mazzeca sagen muss, dass sie auch schon vor dem Gewinn des Projekts sehr gut gearbeitet und dadurch auch zu Recht gewonnen haben. Es gibt auch Leute die denken, sie sind jetzt bei einem Newcomer-Projekt und haben es geschafft. Das sind dieselben Leute die ein YouTube Video hochladen und sich für Stars halten. An den Jungs können sich auf jeden Fall noch so manche eine Scheibe abschneiden. 90 Prozent in dem Business ist einfach harte Arbeit.
Wenn ihr sagt, dass das Projekt nun getrennt von der Band läuft, betreut ihr das Projekt noch?
Daniel Sahib: Ja, betreuen tun wir das Projekt auf jeden Fall noch. Wir schauen überall nochmal drüber und sehr oft sind wir dann doch vor Ort, einfach weil man auch Angst hat, dass sein Baby von der Wiege fällt (lacht). Wir haben aber ein starkes Team, das sich da den Arsch für aufreißt. Unser Fokus liegt jetzt allerdings erst mal auf der Band.
Ich habe einige Stimmen gehört, die euch mit Rapsoul vergleichen – die es ja nun nicht mehr gibt. Würdet ihr euch in demselben Genre sehen?
Don Bene: Weiß ich nicht. Am Ende ist es ja irgendwie eine Ehre für uns wenn man sagt, dass wir wie Rapsoul klingen. Wir waren auf dem Abschiedskonzert der Jungs, wo mit Band gespielt worden ist und das war einfach richtige gute Musik. Am Ende ist es mir egal, ob wir mit Rapsoul, Madonna oder sonst wem verglichen werden. Es ist die Musik die zählt.
Daniel Sahib: Wir sind Rapsoul mit Straße und genau die Attitude wollen wir nie verlieren. Uns kann man nie so richtig einordnen, aber das ist auch genau das Gute. Auf der EP haben wir Songs wie „Ich will die Zeit zurück“, dann aber auch Songs mit Vega und DaDon. So was hätte sich Rapsoul nie geleistet.
Nochmal zurück zu eurer aktuellen EP. Ich glaube es ist das erste Mal, dass ich Plakate für eine Free-Download EP gesehen habe. Wie kommt man darauf dafür zu plakatieren?
Don Bene: Wahrscheinlich wenn man eine Woche lang zu wenig schläft und 100 Stunden arbeitet (lacht). Wir haben uns einfach gedacht, dass wir nach über zwei Jahren, die wir nun schon in Frankfurt rumgeistern, einfach nochmal ein Zeichen setzen müssen. Natürlich hat es auch als Werbung für die EP gedient, aber es war auch dafür gut, um mit die Hater zu ficken. Nach dem Motto: „Schaut es euch an, wir hängen in der U-Bahn und nicht ihr.“
Daniel Sahib: Ich denke auch, dass die Fans und Supporter weiterhin sehen, dass hart gearbeitet wird und durch solche Investitionen sinnvolles Marketing betrieben wird. Der Fan kann zu 100 Prozent hinter unserer Arbeit stehen und sagen „Schau dir meine Jungs an. Genau deswegen stehen die da.“
Was kann man in nächster Zeit von euch erwarten?
Daniel Sahib: Wir sind am 3 Juli in der Commerzbank Arena beim „Girls Wanted“ Soccer Festival für alle, die uns mal live sehen wollen.
Don Bene: Ein Video zu unserem Track „Rockstar“ wird es auch bald geben, aber mehr wollen wir noch nicht verraten. Das Ding wird auf jeden Fall einen neuen Standard setzen in Frankfurt und Hip Hop Deutschland. Ich sag nur: heiße Kurven (lacht).
Wenn jemand checken will was es neues bei euch gibt, wo geht das am besten?
Daniel Sahib: www.azzismitherz.de
Don Bene: Ist alles drauf was man braucht: News, Forum, Videos, Shop, etc…
Die letzten Worte gehören euch.
Azzis: Wir bedanken uns bei hip-hop-news.de für das Interview und wenn ihr uns weiter supporten wollt, kauft die Shirts. Bald wird auch die Musik etwas kosten (lacht).

Soso. Rapsoul mit Straße. Vielleicht halten sie ja länger durch als die drei andern drei Frankfurter Heinis. Habe auch das neue Video gesehen http://www.youtube.com/watch?v=_E6V4dxg0i4
No Budget aber nicht schlecht.
Doh!